Warum kurze Teaser verwirren können

Ein zu langer Teaser verrät zu viel und ist ermüdend für den User. Ein zu kurzer Anreißer ist allerdings nicht immer besser. Denn meist bleibt er unkonkret – und verwirrt, wenn er trotzdem jede Menge Details enthält.

Kürzere Teaser sind zwar leichter zu erfassen als zu lange – und damit eigentlich auch besser. Denn viele Sätze enthalten viel Inhalt, sie nehmen zu viel des folgenden Textes voraus und enthalten eine Menge Details. User haben dann das Gefühl, sie hätten genug und vor allem das Wichtigste erfahren, die Motivation zum Weiterlesen sinkt.

Ist der Teaser allerdings zu kurz, wird es schwer, das Thema anschaulich zu machen. Ein einziger Satz, bestenfalls noch ein Nebensatz: Das ist zu wenig Platz, um ein Thema wenigstens kurz zu erklären, um zu sagen, warum es relevant ist und sich das Weiterklicken lohnt. Das ist schließlich unser Ziel, wenn wir einen Online-Text schreiben – er soll auch gelesen werden.

Wie lang ein guter Teaser sein soll

Aber was heißt nun zu lang oder zu kurz? Eine gute Faustregel ist: Ein Teaser braucht meist nicht mehr als drei (kurze) Sätze. Ist er länger, verrät er zu viel, ist er kürzer, bleibt er nebulös. Noch problematischer ist, wenn der kurze Teaser versucht, mehrere Aspekte eines Themas aufzugreifen, denn dann wird es verwirrend.

Sehen wir uns ein Beispiel von der Webseite von Web.de an. Es geht in dem Teaser um Donald Trump, der ein Dekret unterzeichnet hat. Das hat der US-Präsident seit seinem Amtsantritt allerdings schon häufiger getan. Was ist das konkrete Thema des Erlasses? Das erfahren wir nicht. Dafür wäre sogar noch Raum gewesen. Statt das zu erläutern, baut der Teaser einen Leseanreiz ein.

An und für sich ist das gut so. Denn mit dem Köder am Schluss des Anreißers bringt man den User dazu, mehr wissen zu wollen – und weiterzulesen. Nur ist das im Trump-Teaser verwirrend.

Der Teaser kann sich nicht entscheiden

Denn der Text kann sich inhaltlich nicht entscheiden, wo nun der Schwerpunkt liegen soll. Beim neuen Dekret? Bei der Kritik an Kanada? Oder beim neuen Land, das der Präsident attackieren will? Alle drei Infos in einen Anreißer zu packen, ist zu viel. Zumal der Teaser nahelegt, dass Trump Kanada ins Visier nimmt und zusätzlich ein anderes Land. Gemeint ist tatsächlich aber immer der Nachbarstaat im Norden.

Unglücklich ist in der Headline auch die übertriebene und fast schon militärisch anmutende Formulierung „schießt gegen Kanada“, wenn es doch eigentlich nur um Kritik geht.

Weniger ist im Teaser mehr

Weniger wäre hier mehr gewesen. Der Teaser hätte sich entweder auf Trumps Kritik an Kanada, oder aber auf das Dekret konzentrieren sollen. Beides hätte genug hergegeben, um das Interesse der User zu wecken.

Generell gilt also für einen kurzen Teaser: wenn schon wenig Platz, dann sollte sich der Anreißer auf eine Kernbotschaft konzentrieren. Sonst wird selbst der sehr kurze Text ganz schön überfrachtet.

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