Nutzwertige Headlines animieren zum Lesen

Eine Headline, die interessante Infos verspricht, die Reizworte enthält und ein Indiz dafür, dass nicht zu viel Text folgt: Da können User fast nicht anders, als weiterzuklicken. Aber was ist es, das Überschrift interessant macht?

Sechs Worte sind genug für eine Headline: Das ist eine hilfreiche Faustregel, um die User nicht mit Mammut-Überschriften zu erschlagen. Aber beim Formulieren der Überschrift kommt es nicht nur auf das sture Befolgen von Regeln an. Es geht in erster Linie darum, das Interesse der Leser zu wecken, sie auf ein Thema aufmerksam zu machen. Wenn das gelingt, kann die Headline ruhig auch mal ein paar Worte mehr besitzen – ausnahmsweise.

Die Headline verrät nicht zu viel

Nach vielen Negativbeispielen in der „Headline der Woche“-Rubrik schauen wir uns heute mal ein positives an. „Diese sechs Fehler sollten Sie beim Mittagessen vermeiden“ ist eine typische Online-Überschrift, auf die mit Sicherheit viele User klicken. Aber warum? Zum einen, weil sie sehr konkret ist – es geht um das Mittagessen und um etwas, das man dabei falsch machen kann.

Zum anderen verrät sie noch nicht, welche Fehler gemeint sind. Stünde in der Überschrift: „Vermeiden Sie weißen Reis beim Mittagessen“ wäre sie gleich viel uninteressanter, weil die wichtige Information schon enthalten ist. Diese Headline könnte man überfliegen, sich denken: „Okay, weiß ich jetzt“ – und wegklicken.

Reizworte sind Hingucker

Die offenere Aussage in der Stern-Überschrift verführt zum Weiterlesen, weil sie etwas verspricht: Eine Antwort. Sie klingt nutzwertig, wir lernen etwas, was wir vielleicht noch nicht wissen. Darüber hinaus stecken darin mehrere Reizworte, also Begriffe, die eine starke Wirkung auf die User haben: „Fehler“ und „vermeiden“ sind Hingucker, Worte, an denen wir hängenbleiben.

Und dann gibt es noch eine eigentlich unscheinbare Zahl, die sechs. Macht es einen Unterschied, ob in der Überschrift steht: „Diese Fehler sollten Sie beim Mittagessen vermeiden“ oder „Diese Fehler sollten Sie beim Mittagessen vermeiden“? Ja, und zwar einen deutlichen. Die Zahl verspricht den Usern Überschaubarkeit. Wenn sie weiterlesen, erfahren sie das Wichtigste. Sechs Fakten kann man prima auch beim Überfliegen auf dem Mobiltelefon aufnehmen.

Die Erwartung der User: eine schöne Gliederung

Nicht zuletzt erwarten die Leser zu Recht, dass bei einer Zahl im Titel die Informationen im folgenden Online-Text schön ansprechend gegliedert sind, also mit Aufzählungen oder Bullet Points.

Genauso hat das die Stern-Redaktion auch im Text gelöst. Auch wenn es sich strenggenommen um sieben Tipps handelt und nicht um sechs, weil im letzten Punkt zwei verschiedene Infos stecken. Es hätte auch nichts dagegengesprochen, in der Headline von den „sieben Fehlern“ beim Mittagessen zu sprechen. Solange es nicht 25 sind – denn das wäre zu viel, und das klingt auch nach vielen Infos, die zu verdauen sind. Zahlen bis zwölf funktionieren in der Headline gut, weniger ist also in dem Fall mehr.

Die Aufzählung im Text ist übersichtlich (Screenshot Stern.de)

Die Aufzählung im Text ist übersichtlich (Screenshot Stern.de)

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