Stoppschild - die schlimmsten Fehler in der Headline

Die drei schlimmsten Fehler in der Headline

Die Headline ist das Aushängeschild für Ihren Text. Klingt sie nicht ansprechend, fällt sie dem User gar nicht erst auf – und er kommt nicht zum dazugehörigen Text. Die Überschrift sollte deshalb auf den ersten Blick verständlich und interessant klingen.

Das klappt umso besser, wenn Sie ein paar Fallen vermeiden. Welche das sind und auf welche Formulierungen Sie achten sollten, zeige ich Ihnen.

1. Die Headline ist zu sperrig

Die Headline ist zu sperrig

Wenn die Headline zu kompliziert ist, steigt der User aus (Credit: Pixabay)

Online-Leser sind selten aufmerksam dabei, denn eigentlich sind sie auf dem Sprung – zur nächsten Webseite, zur Whatsapp-Nachricht oder zum E-Mail-Postfach. Sie überfliegen Texte und damit auch Headlines. Wenn dann nicht auf den ersten Blick erfassbar ist, um welches Thema es geht, steigen Sie aus – und huschen zur nächsten Headline oder zur nächsten Webseite. Damit das nicht passiert, sollte die Headline möglichst klar, konkret und wenig kompliziert formuliert sein. Ein Beispiel macht das deutlich:

Ein Beispiel macht das deutlich:

EU-Agrarrat: Auf der Suche nach besserer Risikoabsicherung ist eine unnötig sperrige Headline. Das hat mehrere Gründe. Zum einen ist sie wenig anschaulich. Was bedeutet die „bessere Risikoabsicherung“ denn genau? Zum anderen erschweren die Substantivierungen „Suche“ und „Risikoabsicherung“ das Lesen. Durch sie entsteht ein Nominalstil mit aneinandergereihten Hauptwörtern ohne Verb, das sie auflockern würde.

Auch der Doppelpunkt in der Headline trägt nicht zum besseren Verständnis bei. Ist der Agrarrat selbst auf der Suche, oder sind es einzelne Mitglieder?

Deutlich weniger kompliziert würde die Überschrift klingen, wenn die Substantive wieder zu Verben würden. EU-Agrarrat will Risiken besser absichern ist schon ansprechender. Noch besser wäre es, ein konkretes Beispiel zu nennen: Welche Risiken sind eigentlich gemeint? Also etwa: EU-Agrarrat will Ernterisiken besser absichern.

Tipp: Versuchen Sie in jedem Fall, Ihre Headlines so einfach und so wenig sperrig wie möglich zu formulieren. Achten Sie dabei besonders auf Substantivierungen.

2. Die Headline ist zu lang

Zu lange Headline

Vorsicht: Ist die Headline zu lang, lässt sie sich schlechter überfliegen (Credit: S. Hofschlaeger / pixelio.de)

Eine Headline soll kurz und knapp sagen, was passiert ist. Ist sie zu lang, lässt sie sich deutlich schlechter überfliegen – erst recht, wenn alle Headlines auf der Seite viele Worte benutzen. Eine lange Headline klingt außerdem eher wie eine Kurznews. Wahrscheinlich enthält sie schon so viele Infos, dass der Leser sich ausreichend informiert fühlt. Weiterlesen will er dann aber nicht unbedingt.

Deutsche Friedhöfe haben ein Problem: Viele Tote verwesen nicht vollständig:

Dieses Beispiel für eine lange Headline zeigt das Problem. Es ginge auch kürzer – die Info nach dem Doppelpunkt würde völlig ausreichen.

 Als Faustregel gilt: Sechs Worte sind für eine Headline genug. Idealerweise sind die einzelnen Worte ebenfalls nicht so lang, es kommen also besser keine „Donaudampfschifffahrtskapitäne“ darin vor.


Tipp: Schreiben Sie lieber kürzere Headlines, dann ist die Motivation der User größer, anschließend auch noch den dazugehörigen Teaser oder Text zu lesen.

3. Die Headline ist zu magazinig

Headline ist zu magazinig

Wenn die Headline zu magazinig ist, funktioniert sie im Print, aber nicht online (Credit: Pixabay)

Überschriften, die in einem Print-Magazin oder einer Zeitung funktionieren, wecken nur bedingt das Interesse des Online-Users. Das liegt daran, dass sie mitunter zu unkonkret klingen. Den Printleser stört das meist nicht, weil er noch jede Menge mehr Infos erfasst, die ihn zum Lesen des Textes animieren: Auf einen Blick sieht er, wie lang der Artikel ist, die dazugehörigen Bilder und Zwischenüberschriften oder sonstige Textelemente.

Die Online-Headline steht dagegen oft für sich allein, bestenfalls noch mit einem Bild oder einem Teasertext. Sie ist aber der in jedem Fall erste Textteil, den der User wahrnimmt. Ist sie dann unkonkret oder austauschbar formuliert, bleibt er nicht „kleben“, sein Blick wandert zur nächsten Headline. 

Beispiel gefällig?: Noch mehr Dampf im Kessel. Was könnte hier wohl gemeint sein? Bezieht sich das auf den Verkehr bzw. Smog, auf eine Fußballmannschaft, ein Problemviertel? Sie sehen: Es gibt einen gewaltigen Spielraum der Interpretationsmöglichkeiten. Und damit bleibt die Headline vage. Viele Online-User werden sie deshalb überfliegen und dann nicht weiter beachten. Tatsächlich war hier übrigens das Wetter gemeint.

Auch wenn die Überschrift bei einem Printtext besser funktionieren würde als online – toll ist sie trotzdem nicht. Denn das Bild ist abgenudelt. „Dampf im Kessel“ ist ähnlich langweilig wie „Das Licht am Ende des Tunnels“ oder „Die Seele baumeln lassen“. All diese Redewendungen hat ein User schon tausendmal gelesen und gehört, sie erregen keine Aufmerksamkeit mehr.

Tipp: Versuchen Sie, in der Headline konkret zu schreiben und das Schlagwort, um das es geht, unbedingt zu erwähnen. In unserem Beispiel wäre das das „Wetter“.

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